One-dl
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Lehm
Lehmhaus
Ich schätze Lehm und Ziegel, über 3000 Jahre Erfahrung mit diesen Baustoffen sind ein gewichtiges Argument – überdies: Nomen est Omen.
Angeregt durch normannische Wohntürme in Irland, entstand am Westhang des Elbeurstromtals nahe Hitzacker die Idee des Hauses One’dl.
Die quadratische Grundform eignet sich ideal um unseren Wohnwünschen gerecht zu werden, eine Bedürfnisanalyse als Beginn der Planung hatte folgendes ergeben:

1. wir leben als Familie meist in einem Raum
2. wir kochen gern mit Freunden, die manchmal auch über Nacht bleiben
3. das Haus ist lediglich Rückzugsort, wenn möglich, leben wir draußen
4. Schlafraum, Kinderzimmer und Büro sind neben Wohnküche und separatem WC und Bad gewünscht
5. das Haus muß sich in seinen Kosten uns anpassen.

Darüber hinaus sollte es wandelbar (siehe Name) sein, auch den Wünschen anderer Baufamilien gerecht werden können und sich natürlich von anderen Angeboten des ökologischen Hausbaus unterscheiden, schließlich ist man Poet.
Aus Obigem ergab sich als Erstes der Grundriß:

Grundriss    Grundriss
Hauptwohnraum
   Lehmputz

Der Würfel ist ein kompakter Baukörper, die Wärmeverluste halten sich im Rahmen und auch Selbstbauer können sich (wie ich es getan habe) an eine Realisierung wagen. Der Wandaufbau ist monolitisch in Porotonziegeln T 16 Stärke 30 cm ausgeführt, man ist an Legosteine erinnert. Aussen ist der Ziegel zweilagig in Kalk geputzt. Ich bevorzuge das Pure und habe ihn roh belassen, wem das nicht liegt, der füge Farbpigmente bei oder streiche.
Zwischen der östlichen und der westlichen Wandscheibe neigt sich nach Norden das zwischengesetzte Pultdach. Gen Süden ist ein kleineres Dach mit entgegenlaufender Neigung tiefer gesetzt, um über ein Lichtband Sonne in das Haus zu leiten.
Als Dachhaut kommen Gras oder die Flachdachziegeleindeckung in Frage.
Die beiden Wandscheiben geben dem eingeschossigen Bau seine prägnante Form, eine Aufstockung ist problemlos möglich. Der Süden des Hauses öffnet sich der Sonne, alle Wohnräume bieten einen direkten Gartenzugang. Die Türen und Fenster sind in Lärche pur gearbeitet, streichen entfällt. Alljährlich bürste ich die Aussenseiten mit Holzaschenlauge ab, das Holz verkieselt und wird eines Tages seinen wunderschönen, typischen Silberton zeigen. Diese Patina ist der Lärche eigener Holzschutz.

asanto-Lehmprodukte Lehm Lehmputz, farbig

Die Haustechnik ist in einem separaten Anschlußraum konzentriert, hier stört sie nicht und es gibt zusätzlichen Stauraum. Das Haus ist nicht unterkellert, es ruht auf Streifenfundamenten. Als kapilarbrechende Schicht ist der verbliebene Raum zwischen den Fundamenten mit Kalkschotter verfüllt. Der Fußboden und das Dach sind mit Zelluloseflocken gedämmt. Für diese beiden Bereiche habe ich TGI´s, das sind Träger aus Holzwerkstoff, zur Minimierung des Wärmeverlustes eingesetzt. Das Haus erfüllt die Vorgabe des Niedrigenergiestandards.
Die Lasten teilen sich die Außenwände und zwei Holzständer, das macht das Haus variabel. Die Innenwände sind mit Lehmziegeln gemauert, da es keine tragenden Wände gibt, geht das überall problemlos. Wandheizregister unter Lehmputz machen das Wohngefühl mit dieser wärmestrahlenden Wandflächenheizung im Winter unübertroffen. Dem Oberputz sind Naturpigmente zugefügt, das ganze ist mit der Kelle geglättet und wo nötig mit Kaseinleim oder Wasserglas verfestigt. So ergibt sich eine lehmadäquate, lebendige Oberfläche, relativ abriebfest und das Material kann seine Eigenschaften voll entfalten. Die Sonnenwärme wird gespeichert und das Klima reguliert. Die Luftfeuchte liegt konstant bei 50 - 60%. Selbst nach exessiven Fischbratereien ist der Geruch (ohne Abzugshaube) schnell verschwunden. Ich kenne keinen besseren Baustoff.
Die Fußböden des gesamten Hauses sind aus Lärchendielen in fallenden Breiten gearbeitet. Selbst im Bad funktioniert das, genauso wie ein Lehmputz bei entsprechender, diffusionsoffener Oberflächenbehandlung hier ausgezeichnete Dienste leistet. Die Lärche im Innenbereich wird je nach Einsatzort roh gelassen, geölt, geseift oder gewachst, selbstverständlich mit Naturprodukten.
Die Heizung übernehmen die Sonne (3700 KWh im Jahr) und ein Gas-Brennwertkessel. Gelüftet wird konventionell, Fenster auf, Fenster zu, das Ionenklima bleibt so optimal.
Das Regenwasser wird in zwei Zisternen aufgefangen und zur WC-Spülung, für die Waschmaschine und den Garten genutzt.
Die Solaranlage liefert im Sommer ganz und Winter zum goßen Teil unser warmes Wasser.
Die Elektroanlage ist mit konventionellen Komponenten nur mittels durchdachter Leitungsführung baubiologischen Kriterien gewachsen. Geomantisch gibt es keinen Grund zur Klage, alle Gitterpunkte und die Wasserader unter unserem Haus befinden sich in den Wänden oder auf Verkehrsflächen und tangieren die Ruhebereiche nicht.

Das Haus ist über die Maßen behaglich und licht. Bis zu 4,20 m Deckenhöhe bieten Luft satt und ein Gefühl für Raum. Es duftet nach Holz, alles lädt zum Berühren ein. Das Konzept der zentralen Wohnküche, hat sich bewährt. Wenn die Sonne auf Lehm und Lärche spielt, huscht ein Lächeln über die Gesichter, wenn es regnet, freuen wir uns über die gefüllte Zisterne. So wollten wir leben.

Haus One-dl, Lehmputz    Haus One-dl, Innenansicht
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